Anschluss und Emergenz: Betrachtungen zur Irreduzibilität by Rasco Hartig-Perschke

By Rasco Hartig-Perschke

Der Begriff der "sozialen Emergenz" zählt zu den schillerndsten und schwierigsten Begriffen der soziologischen Theorie. Die neuere Emergenzdebatte zum Ausgangspunkt nehmend, versucht diese Arbeit zu klären, was once in approach- und kommunikationstheoretischer Perspektive unter sozialer Emergenz verstanden werden kann. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen dabei die Emergenzbehauptung und das Kommunikationsmodell der soziologischen Systemtheorie, das "Nachtragsmanagement" der Kommunikation und die Modellierung kommunikativer Mechanismen.

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1 Über die „Emergenz“ der Emergenz Der Engländer George Henry Lewes (1817-1878) gilt als der erste Philosoph, der den Ausdruck „emergent“ in fachterminologischer Absicht zu verwenden suchte. In den „Problems of Life and Mind“ (1875) beschäftigt sich Lewes mit der Differenz von resultierenden und emergenten Wirkungen (vgl. Stephan 2000: 31). Eine Differenz, die zuvor bereits von John Stuart Mill (1806-1873) beobachtet worden war. Dieser befasste sich im Rahmen seines Werkes „A System of Logic. a.

Darauf hingewiesen, dass eine Anwendung der erwähnten Kriterien auf grundlegende Annahmen etablierter soziologischer Theorien helfen kann, neue Perspektiven auf das soziologische Mikro-Makro-Problem zu entwickeln und die „Mikro-Makro-Frage“ der Soziologie gar zu „entfundamentalisieren“ (Heintz 2004: 2). : 2) nutzen, die es erlaubt, populäre soziologische Perspektiven und Positionen systematisch miteinander zu vergleichen. Ähnlich argumentiert auch Jens Greve, der davon spricht, dass „emergenztheoretische Erwägungen“ eine „Klärung“ der Mikro-Makro-Differenz sowie des Verhältnisses von Handlungs- und Systemtheorie versprechen würden (Greve 2006: 19).

Gerade letztere Möglichkeit brachte Emergenztheorien schnell den Ruf von Ansätzen ein, die weder „Fleisch noch Fisch“ sind und lediglich zusätzliche Möglichkeiten der Beschreibung bieten. Eine Kritik, mit der sich EmergenztheoretikerInnen auch heute noch auseinandersetzen müssen (vgl. zu dieser Problematik ergänzend Heintz 2004: 6). Vor dem Hintergrund dieser Kritik wird die Leistung von Emergenztheorien oft maximal darin gesehen, dass sie helfen, auf „Leerstellen“ in der bisherigen, kausaldeterministisch und reduktionistisch orientierten Theoriebildung hinzuweisen.

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